Aktuelles

Hier finden Sie regelmäßig Neuigkeiten rund um Bestattungen Busmann sowie Informationen zu aktuellen Themen der Schüttorfer Friedhöfe und unserer Trauerkultur

Februar 2019

Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. informiert über aktuelle Urteile zur Bestattungsvorsorge.

Bestattungsvorsorge – ohne Grabpflege – von 10.500 Euro ist angemessen

Verwaltungsgericht Münster, Urteil vom 21.12.2018, Az. 6 K 4230/17 (rechtskräftig)

Bei der Prüfung des Vermögens im Zusammenhang mit der Beantragung von Sozialleistungen werfen die Sozialämter ein besonderes Augenmerk auf die Bestattungsvorsorge, denn diese stellt grundsätzlich Vermögen dar. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BVerwG, Urteil v. 11.12.2003, Az. 5 C 84/02; BSG, Urteil vom 18.03.2008 – B 8/9b SO 9/06 R) müssen Sozialämter angemessene Beträge zur Bestattungsvorsorge verschonen. Das bedeutet, sie dürfen nicht verlangen, dass diese für die Begleichung von z. B. Heimkosten eingesetzt werden. Das gilt entsprechend für das sogenannte Pflegewohngeld, welches unter den Voraussetzungen des Alten- und Pflegegesetzes NRW (APG NRW) gewährt wird.

Auflösung des Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrags kann nicht verlangt werden

Das Verwaltungsgericht Münster entschied mit Urteil vom 21.12.2018 (Az. 6 K 4230/17) kürzlich, dass die Pflegeheimbewohnerin ihre Bestattungsvorsorge in Höhe von insgesamt 10.500 € nicht auflösen muss, um das beantragte Pflegewohngeld zu erhalten. Von der Klägerin kann nicht verlangt werden, die zur Sicherung der dereinstigen Bestattung geschlossenen Bestattungsvorsorge-Treuhandverträge aufzulösen und die darauf gezahlten Beträge in Höhe von insgesamt 10.500 € für die Investitionskosten einzusetzen. Der Einsatz des „Vermögens Bestattungsvorsorge“ stellt für die Klägerin eine Härte im Sinne des § 14 Abs. 3 S. 1 APG NRW i.V.m. § 90 Abs. 3 S. 1 SGB 12 dar, urteilten die Richter.

Ob die Bestattungsvorsorge der Höhe nach angemessen ist, beurteilt sich grundsätzlich anhand der vorgesehenen Leistungen und der örtlichen Preise für eine Bestattung. Das für die Bestattung beauftragte Bestattungsunternehmen hatte in seiner Kostenaufstellung für die gewünschte Erdbestattung, Gesamtkosten in Höhe von 9.541,31 € errechnet. Das Gericht sah angesichts des Betrags keine Anhaltspunkte dafür, dass diese Gesamtkosten für die dereinstige Bestattung unangemessen hoch seien. Vielmehr lägen im Hinblick auf die Ausgabe der Stiftung Warentest, Spezial Bestattungen (März 2013), wonach sich die Kosten für eine Erdbestattung zwischen 4.287 € (durchschnittlich einfache Erdbestattung) und 12.152 € (durchschnittliche gehobene Erdbestattung) bewegen, im Rahmen des Üblichen.

1.000 € für Kostensteigerung zulässig

Den Differenzbetrag von rund 1.000 € zwischen den veranschlagten Bestattungskosten in Höhe von 9.541,31 € und der dafür vorgesehenen finanziellen Absicherung im Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrag in Höhe von 10.500 €, erachtete das Gericht zur Abfederung zukünftiger Preissteigerungen für uneingeschränkt zulässig. Bisher wurden üblicherweise Beträge in Höhe von bis zu 500 € hierfür berücksichtigt.

Das von der beklagten Behörde vorgetragene Argument, dass die bisherige Lebensführung der Klägerin, die schon immer in bescheidenen Verhältnissen gelebt habe, darauf schließen lasse, dass die Bestattungsvorsorge unangemessen sei, ließ das Gericht nicht gelten. Zutreffend stellte es fest, dass die Anerkennung einer angemessenen Bestattungsvorsorge als Schonvermögen im Sinne der Härtefallregelung auf dem Gedanken der Selbstbestimmung und Menschenwürde beruht und deshalb die konkreten finanziellen Lebensumstände des Betroffenen nicht dazu führen dürfen, die Gestaltungswünsche und Kosten für seine Bestattung im Einzelfall bis auf das Sozialhilfeniveau einzuschränken. Die Grenze des Angemessenen sei erst dann überschritten, wenn sich die konkreten Gestaltungswünsche und deren Kosten im Einzelfall als völlig überzogen oder luxuriös erweisen oder Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass vorhandenes Vermögen zielgerichtet und ausschließlich deshalb für die Bestattungsvorsorge verwendet wurde, um staatliche Leistungsansprüche zu erhalten.

Die Entscheidung des VG Münster, erstritten mit Unterstützung der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG, ist ein weiterer Meilenstein bei der Fortbildung des Rechts zur Anerkennung einer angemessenen Bestattungsvorsorge.

Einmal mehr unterstreicht ein deutsches Gericht, dass es bei der Anerkennung der angemessenen Bestattungsvorsorge um grundlegende Rechte jedes Einzelnen auf Selbstbestimmung und Wahrung der Menschenwürde für die Zeit nach dem Tod geht. Diese Rechte sind von den Behörden bei der Prüfung von Anträgen auf soziale Leistungen rechtskonform zu berücksichtigen. Alles andere wäre illegal.

Holen Sie Rat ein

Immer wieder fordern Sozialbehörden fälschlicherweise die Auflösung einer Bestattungsvorsorge. Vorsorgende sollten sich nicht verunsichern lassen, sondern Sie als kompetenten Ratgeber ansprechen. Zwar ist der Betrag von 10.500 Euro für eine Bestattungsvorsorge ohne Grabpflege nicht immer geschützt, aber Beträge zwischen rund 5.000 und bis zu 11.300 € (LSG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 25.09.2014, Az. L 1 SO 75/11) sind jedoch von vielen Gerichten schon als angemessen anerkannt worden. Im Einzelfall können selbst höhere Beträge je nach den üblichen Kosten vor Ort zu verschonen sein.

Hält das Amt an seiner Rechtsauffassung irrigerweise fest oder sind Sie sich nicht sicher, ob die Abwehr des Auflösungsverlangens erfolgreich sein könnte. Vorbehaltlich einer rechtlichen Einzelfallprüfung unterstützt bestattungen manfred busmann, zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Bestatter e. V., Sie in dieser Angelegenheit.

Quelle. Bundesverband Deutscher Bestatter e. V. , bestattungen manfred busman

September/Oktober 2018

In der letzten Zeit besuchten uns verschiedene Gruppen zu einem geführten Rundgang in der ev. Friedhofskapelle und durch unser Bestattungshaus. Neben einer Gruppe Pflegerinnen einer Einrichtung aus der Obergrafschaft besuchte uns auch der Frauentreff der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Leschede.

Wir begannen jeweils in der neu gestalteten evangelischen Friedhofskapelle Schüttorf. Zu einer Muster-Trauerdekoration und Aufbahrung wurden die umgebaute Kapelle und der neue Anbau vorgestellt, Wissenswertes über Bestattungskultur, Trauerfeiern und Abläufe auf dem Friedhof erzählt.

In unserem Bestattungshaus bestand anschließend dann die Möglichkeit, sich „hautnah“ mit der Arbeit des Sargträgers, der Hausaufbahrung, aber auch unserer hygienischen Versorgung Verstorbener zu „befassen“. Dieser Einblick zu den Tätigkeiten des Bestatters, unsere Erläuterungen zu unserer Arbeit mit den Verstorbenen im Trauerfall ergab manche Frage bei unseren Besuchern. Aber auch Fragen zur Erd- und Feuerbestattung, Friedhöfen, Särgen und Möglichkeiten zur Trauerfeiergestaltung und der Bestattungsvorsorge wurden erörtert.

August 2018

Sitzplätze in der evangelischen Friedhofskapelle Schüttorf

„Nun ist die Kapelle ja größer, es gibt mehr Sitzplätze“

Dieser häufig gehörte Satz ist nur bedingt richtig. Ja, nach dem Umbau ist der Kapellenraum größer geworden.

Aber der einzelne Sitzplatz hat auch mehr „Platz“ bekommen, man sitzt nicht mehr so eng beieinander wie vorher. Gab es früher in der Kapelle, mit den Sitzplätzen Fenster und Vorraum vor den Aufbahrungsräumen, ca. 155 (enge) Sitzplätze, bietet die Kapelle jetzt in zwei Blockreihen (138 großzügigere) mit der Fensterbank (18) insgesamt 156 Sitzplätze und zusätzlich im hinteren Türbereich noch einmal ca. 30 Stehplätze. Der linke Block (89 Stühle) hat in der Breite 9 Stühle, neben einem großzügigen Mittelgang befinden sich rechts (49 Stühle) in der Breite noch einmal 5 Stühle .

Die 6 Sargträger haben nun Ihren Sitzplatz in einem geheizten, separaten Raum neben dem Pastorenzimmer erhalten und können der Trauerfeier per Lautsprecherübertragung folgen. Dann wären es sogar 161 Sitzplätze.

Juli 2018

Aufbahrungsräume Friedhofskapelle ev. Friedhof Schüttorf vorgestellt

Am 24. Juni 2018 wurden die neu errichteten Aufbahrungs- und Funktionsräume um 15.00 Uhr mit einem Eröffnungsgottesdienst eingeweiht. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde den anwesenden Besuchern mit einer Präsentation die Planung und Ausführung dieser komplexen Baumaßnahme von Rainer Harmsen, Vorsitzender des Friedhofausschusses, erläutert.

Nach der Präsentation konnte dann der neue Anbau der ev.-ref. Friedhofskapelle besichtigt werden. Zwei Bestatter hatten hierzu je eine Kabine zum Thema Aufbahrung und Thema Vorsorge vorbereitet bzw. dekoriert. Das hierzu kostenlos zur Verfügung gestellte Informationsmaterial fand bei den Besuchern regen Zuspruch.

April 2018

In einem gemeinsamen Treffen von Friedhofsausschuss, Bauausschuss und Bestattern an der Friedhofskapelle wurde in einer Begehung der Kapellenanbau vorgestellt. Auch der Ablauf der Trauerfeiern während der Orgelrenovierung und Umbauarbeiten der vorhandenen Räumlichkeiten wurde besprochen:

In der Zeit vom 3. April bis voraussichtlich 19. Mai (Pfingsten) können keine Trauerfeiern in der Friedhofskapelle stattfinden.

Jede Kirchengemeinde wird in dieser Zeit den Trauergottesdienst in der eigenen Kirche abhalten. Der Sarg wird in dieser Zeit im Foyer des neuen Anbaus der Friedhofskapelle aufgestellt, für die nächsten Angehörigen ist eine Sitzgelegenheit vorhanden.

Nach Eintreffen der Trauergemeinde und Pastor/in an der Friedhofskapelle wird, wie sonst auch, der Sarg zur Grabstelle geleitet und beigesetzt.

Die nachfolgenden Foto’s vermitteln einen ersten Eindruck der neuen Räumlichkeiten.

März 2018

Februar 2018

Friedhofskapelle Schüttorf – ev.-ref. Friedhof

Der Neubau der Aufbahrungs- und Technikräume macht weiter Fortschritte:
Elektroanlagen, Leitungen und Anschlüsse wurden komplettiert bzw. weiter montiert, es wurde gefliest, die Montage der Kühlaggregate in den Räumen hat begonnen.

Fenster und Türanlage sind eingebaut. Der für April geplante Durchbruch wurde vorbereitet.

Januar 2018

Ohne:

Die Kirchengemeinde Ohne hat mit Jahresbeginn einen Teil bisheriger Arbeiten des Friedhofgärtners auf die Bestatter übertragen. Dies betrifft die Reinigung der Friedhofskapelle vor und nach der Trauerfeier, Aufstellen der Bestuhlung und, in Zusammenarbeit mit den Nachbarn, Schließen des Sarges bzw. Dekoration der Kapelle zur Trauerfeier.

Schüttorf: 15. Januar 2018

Seit dem 15. Januar 2018 ist jedem Bestatter das Geleiten und Führen des Trauerzuges von der Kapelle zur Grabstelle gestattet. Die Friedhofsverwaltung hat nun diese Aufgabe auf alle Bestatter übertragen.

Neben dem Begleiten des Trauerzuges gehört ab sofort das Anschlagen der Lieder (Liedertafel in der Kapelle) sowie Aufstellen der Lautsprecheranlage auf dem Friedhof/ an der Grabstelle zu den Aufgaben des jeweiligen Bestatters.

Die Angst vor dem Tod ist eigentlich die Angst vor dem Leben

In unseren Büros und Arbeitsstätten sehen wir jeden Tag die gleichen Gesichter, gehen den gleichen Tätigkeiten nach, werden müde und verbringen den Abend vorm Fernseher. Der Job wurde innerlich längst gekündigt, aber am Wochenende fehlt die Kraft, Konsequenzen zu ziehen und dementsprechend Taten folgen zu lassen. Ist es Trägheit? Ist es die Angst vor dem Ungewissen? Fehlt es an Kraft, aus dem Hamsterrad der Gewohnheiten auszubrechen?

Ist Ihnen einmal aufgefallen, dass die Menschen, die in ihrem Leben tatsächlich eine radikale Wende einleiten, oft etwas Einschneidendes erlebt haben? Häufig ist es die Begegnung mit der Endlichkeit in verschiedensten Facetten: Flüchtlinge aus Kriegsgebieten, die dem Tod ins Gesicht gesehen haben, bauen sich ein neues Leben auf. Und Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, stellen ihr eigenes Leben in Frage, werden Künstler und fangen an, bewusster zu leben. Sie sprechen davon, dass sie nun wissen, was wirklich im Leben zähle, und sie ihrer wahren Berufung folgen wollen. Es werden wohltätige Stiftungen gegründet, die etwas Gutes bewirken und gleichzeitig an die verstorbene Person erinnern.

Deshalb frage ich mich: Warum sagen so viele Menschen „vielleicht“, anstatt aus tiefstem Herzen eine Entscheidung für oder gegen etwas zu treffen? Erwachsen sein heißt doch auch, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Warum fangen wir nicht jetzt gleich an, sondern schieben es auf „irgendwann“? Irgendwann könnte es nämlich zu spät sein. Daran möchten die meisten Leute jedoch nicht denken. Wir wollen alle im Moment leben und die Zeit genießen. Stattdessen regieren uns Ängste und Unsicherheiten. Da wird die Freizeit lieber vorm Computer verbracht, anstatt wenigstens einmal mit dem großen Zeh außerhalb der Komfortzone zu spüren, dass wir dort auch festen Boden unter den Füßen haben.

Ich kenne unzählige Menschen, die auf ihre Rente hinfiebern, aber auch Menschen, die ihren Ruhestand gar nicht mehr erlebt haben. Ein Jahr, zwei Jahre oder vierzig Jahre vor oder nach Renteneintritt – es ist ungewiss, wann wir sterben werden. Einmal traf ich einen jungen Familienvater, der zwei Jobs ausübte, um sich dieses Leben mit Haus, Kind und Auto finanzieren zu können. Als ich ihn fragte, ob er denn auch Zeit zum Leben habe, antwortete er: „Leben kann ich auch noch, wenn ich Rentner bin.“ Ein paar Tage vorher sprach ich mit einem Rentner, der gerade gemeinsam mit seiner Frau den Alterswohnsitz plante. Genug Geld war vorhanden, denn er hat ein Leben lang viel gearbeitet und dabei gutes Geld verdient. Wehmütig blickte er gedanklich zurück und verriet mir: „Ich wollte immer einen Segelschein machen. Aber jetzt ist es dafür auch zu spät.“ Es war sein größter Traum, den er nie verwirklicht hat.

Was hat der Tod damit zu tun? Ganz einfach. Ich versuche manchmal, mein Leben rückwärts zu denken, und stelle mir vor, wie ich auf dem Sterbebett liege und auf bestimmte Situationen in meinem Leben zurückblicke. Es zwingt mich dazu, mein Handeln zu hinterfragen und mein Leben nicht einfach passieren zu lassen. Ich frage mich dann: „Wie würde ich auf diese Entscheidung zurückblicken? Würde ich etwas bereuen? Ist es das Leben, das ich führen möchte?“ Wenn die Antwort „Nein“ lautet, muss ich Konsequenzen ziehen und etwas ändern. Das kann eine Trennung sein, eine Kündigung etc. Auf jeden Fall bedeutet es, dass man seine gewohnten Bahnen verlässt und Mut aufbringen muss. Vor Veränderungen scheuen sich viele. Sie haben Angst. Aber nicht die Angst vor dem Tod, sondern vor dem Leben selbst hindert die meisten Menschen daran, das größtmögliche Potenzial aus ihrem Leben zu schöpfen. Unsicherheiten und ein ewiges „Was wäre, wenn?“ bestimmen das Denken und somit auch das Handeln.

Es ist also nicht das Verdrängen des Todes, das uns zu glücklicheren Menschen macht, sondern gerade die Konfrontation und Auseinandersetzung – letztendlich die Akzeptanz der eigenen Endlichkeit –, die den Menschen zum Handeln bringt und ihn so aus seinem eigenen Gefängnis befreit. Wir sind keine Opfer des Lebens. Wie wir eine Situation bewerten und welche Impulse wir unserem Leben geben, haben wir selbst in der Hand.

Bild: Wiebke Jahns