Grabarten auf den Schüttorfer Friedhöfen

Alle Gräber auf den Schüttorfer Friedhöfen haben die zwei Grabformen Wahlgrab oder Reihengrab als Grundlage:

Wahlgrab

Das Wahlgrab ist die klassische Grabart, vielfach auch als Familiengrab bezeichnet. Die Größe der Grabstelle und die Lage der Grabstelle können im Rahmen der freien Beerdigungsflächen von den Angehörigen ausgesucht (also „gewählt“) werden. Das Nutzungsrecht an einem Wahlgrab (Ruhezeit zurzeit 30 Jahre) kann beliebig oft verlängert werden. Erfolgt auf einem mehrstelligen Grab (z. B. Doppelgrab) eine weitere Bestattung, so muss hier eine Nachzahlung bzw. Nutzungsverlängerung für die gesamte Grabstelle erfolgen.

Beispiel:

Ein Elternteil einer Familie ist im Jahre 1987 verstorben; es wurde eine Doppelgrabstelle gewählt mit der vorgeschriebenen Ruhezeit von 30 Jahren. Im Jahre 2011 verstarb der andere Elternteil; es sind in diesem Fall noch sechs Jahre der Ruhezeit verblieben. Also muss die gesamte Grabstelle für 24 Jahre verlängert und nachgezahlt werden, um wieder eine Ruhezeit von 30 Jahren zu gewährleisten. Nur die Friedhofsordnung beider evangelischer Friedhöfe (Schüttorf und Ohne) gestattet in einem Wahlgrab die Beisetzung von zwei Urnen oder die Erstbelegung mit einem Sarg und weitere Beisetzung von bis zu zwei Urnen. Die Friedhofsgebühren für diese Grabstelle müssen dann nach jeder Urnenbeisetzung nachgezahlt werden, um wieder eine Ruhezeit von zurzeit 30 Jahren zu gewährleisten (siehe obiges Beispiel).

Reihengrab

Das Reihengrab ist für die Beerdigung eines einzelnen Verstorbenen vorgesehen. Es liegt in der Reihe mit anderen gleichartigen Gräbern und wird der Reihenfolge der Beerdigungen folgend angelegt. Es ist ein Einzelgrab, d. h., mehrere Reihengräber können nicht zu einer größeren Grabstelle zusammengelegt werden.

Ein Nutzungsrecht an einem Reihengrab kann nur einmalig für die Ruhezeit von 30 Jahren erworben werden, eine Verlängerung der Ruhezeit ist nicht möglich. Die Grabstelle kann bepflanzt und mit einem Grabstein versehen werden.

Anonymes Grab

Die Bestattung und Beisetzung des Sarges oder der Urne erfolgt ohne Teilnahme der Trauergemeinde auf der hierfür vorgesehenen Fläche. Niemand außer der Friedhofsverwaltung kennt den genauen Ort der letzten Ruhestätte. Eine Grabplatte oder ein Stein ist nicht vorgesehen. Die Ruhezeit beträgt 30 Jahre. Anonyme Bestattungen sind nur auf dem ev.-ref. Friedhof Schüttorf möglich.

Rasengrab

Das Rasengrab ist die zumeist sinnvollere Alternative zur anonymen Beisetzung, da hier den Angehörigen der genaue Ort der Ruhestätte bekannt ist und eine Grabplatte an den Verstorbenen erinnert. Diese Grabplatte ist auf dem katholischen Friedhof in den Gebühren enthalten. Die Grabpflege ist bereits in der Gebühr für die Grabstelle enthalten, die Pflege erfolgt im Rahmen der Rasenschnittarbeiten. Es darf von April bis Oktober kein Blumenschmuck abgelegt werden, da dieser die Mäharbeiten behindert.

Auf dem ev. Friedhof werden Rasengräber für Erdbestattung ab sofort nicht mehr Angeboten. Dies folgt dem Beschluss des Friedhofsausschusses vom 8. November 2016. Nach Vergabe der restlichen Urnengrabstellen sind keine weiteren Bestattungen in dieser Form geplant.

Bodendeckergrab

Anstelle der Bestattungen im Rasengräberfeld werden hierfür nun seitens der Friedhofsverwaltung Grabstellen mit Bodendecker angeboten. Hierbei wird der Rasen durch Bodendecker ersetzt, zusätzlich ist im vorderen Grabstellenbereich eine Möglichkeit zur ganzjährigen Ablage von Grabschmuck eingearbeitet. Seitens der Friedhofsordnung zählen Bodendeckergräber zu den Reihengräbern; die kostenfreie Reservierung einer zweiten Grabstelle ist zurzeit noch möglich.

 

Natur-Erdbestattung in Baumnähe

Auf dem neuen Grabfeld werden, als Alternative zu den Rasengräbern, jeweils vier bis sechs Grabflächen mit einem kleinkronigen Baum bepflanzt. Die Fläche bleibt naturbelassen, die Pflasterung ist nur in Teilbereichen ausgeführt. Bei zu hohem Graswuchs wird mit der Motorsense geschnitten.

Hier ist keine besondere Pflege zu Totensonntag und keine Reservierung möglich. Eine Grabschmuckablage auf einer Sandsteinplatte am Baum ist jedoch möglich. Dort kann optional an einer Sandsteinstele ein Messing-Namensschild angebracht werden. (nicht verpflichtend).

Gemeinschaftsgrab

Eine Gemeinschaftsgrabanlage (nur auf dem ev.-ref. Friedhof Schüttorf) besteht aus mehreren Einzelgrabstätten von meist nicht miteinander verwandten Verstorbenen und hat eine einheitliche äußere Gestaltung bzw. Bepflanzung.

Diese Grabstätten sind nur außen (z. B. durch eine Hecke oder Steineinfassung) als größere Grabstelle umrahmt, untereinander gibt es in diesem Grabfeld jedoch keine Trennung. Jede Grabstelle erhält, wie bei den Rasengräbern auch, eine Grabplatte mit den Daten des Verstorbenen. Auf den Gemeinschaftsgräbern darf auch Blumenschmuck abgelegt werden. Im Gegensatz zu den Rasengräbern ist die Grabpflege nicht in der Gebühr der Grabstelle enthalten. Die Grabpflege obliegt nicht der Kirche und muss extra beauftragt werden.

Seitens der Gebühren- und Friedhofsordnung zählen diese pflegeleichten Gemeinschafts-, Rasen- und Baumgräber für Sarg- und Urnenbestattung in Schüttorf zu den Reihengräbern. Das heißt, eine Verlängerung der Nutzungszeit und eine Reservierung ist nicht möglich.

Auf dem katholischen Friedhof Schüttorf kann die zweite Grabstelle sofort miterworben werden (Reservierung). Hier wird dann die Grabplatte unbeschriftet mit auf die zweite Grabstelle gelegt. Die Beschriftung erfolgt mit der Belegung und die Gebühren müssen anteilig bis zur Ruhezeit von 30 Jahren für diese Grabstelle nachgezahlt werden.

Baumgrab

Im hinteren Teil des ev.-ref. Friedhofes (Kläranlage/Vechteniederung) hat der Friedhofsausschuss der ev.-ref. Kirchengemeinde auf die zunehmenden Anfragen nach Baumbestattungen und Alternativen zu den Rasen- und Gemeinschaftsgräbern reagiert und im Mai 2014 die Pflanzung von 13 Laubbäumen veranlasst. Wann die erste Bestattung in diesem Bereich erfolgen kann, ist noch nicht entschieden. Wichtig waren zuerst die Anpflanzung und das Anwachsen/Angehen der Bäume. Über die Ruhezeit, Aufstellung von Namensschildern usw. ist noch nicht entschieden worden. Die Friedhofsordnung und die Friedhofsgebührenordnung müssen um diese Bestattungsform noch ergänzt werden.

Sternenkinder

Die ev.-ref. und katholische Kirchengemeinde haben auf ihren Friedhöfen Sternenkindergräber angelegt. Die Grabstellen haben einen zentralen Gedenkstein und erhalten eine Ablagefläche für Blumen, Grablichter und kleine Gegenstände in Erinnerung an die Verstorbenen. Diese Form der Einzelgrabstätte ist für die würdige Bestattung von nicht bestattungspflichtigen Tot- und Fehlgeburten vorgesehen. Die von den Kirchengemeinden platzierten Namensschilder sind Bestandteil der Grabstelle; die Unterhaltung der Grabstelle obliegt der Friedhofsverwaltung. Die Friedhofsordnung und die Friedhofsgebührenordnung müssen um diese Bestattungsform noch ergänzt werden.

Urnen

Nur die Friedhofsordnungen beider evangelischer Friedhöfe gestatten in einem Wahlgrab die Beisetzung von zwei Urnen oder die Erstbelegung mit einem Sarg und die weitere Beisetzung von bis zu zwei Urnen. Die Friedhofsgebühren für diese Grabstelle müssen dann nach jeder Urnenbeisetzung nachgezahlt werden, um wieder eine Ruhezeit von zurzeit 30 Jahren zu gewährleisten.

Hinweise zur Grabpflege

Für die regelmäßige Grabpflege bei den selbst zu bepflanzenden Grabstätten kann ein Gärtner beauftragt werden – was vor allem dann Sinn macht, wenn Sie als Angehörige nicht vor Ort wohnen oder wenig Zeit für die Grabpflege bleibt.

Hinweise zum Heckenschnitt

Grabstellen, bei denen seitens der Friedhofsverwaltung eine Heckenbepflanzung vorgesehen ist, dürfen nur mit der jeweils vorgeschriebenen Pflanzart eingefriedet werden. Der regelmäßige Schnitt muss einmal im Jahr bis August durchgeführt werden. Der Heckenschnitt kann in Eigenleistung bzw. durch einen beauftragten Gärtner ausgeführt werden.

Wenn der Heckenschnitt vom Friedhofsgärtner vorgenommen wird, rechnet dieser mit dem Grabstelleninhaber/Nutzungsberechtigten ab.